Interview mit H. Greinig, 45 Jahre, Trompeter im Musikverein Löwenstein

Wie kamen Sie zur Blasmusik?

Na ja, eigentlich hatte alles angefangen, als ich in die Grundschule kam. Dort gab es eine Blockflöten AG, bei der ich mich anmeldete. Dabei lernte ich neben dem Flöte spielen natürlich auch das Noten lesen. Kurze Zeit später mit 8 Jahren kam ich dann zum Musikverein Löwenstein. Damals wurden im Probelokal ein paar Instrumente vorgestellt. Da ich aus der Trompete gleich einen Ton hervorgebracht habe, wurde mir die Entscheidung abgenommen. Eigentlich war die Trompete gar nicht so sehr mein Wunschinstrument. Damals wurde einfach geschaut, wie die Lippen geformt sind und ob die Zähne die richtige Stellung haben. Vielleicht wurden damals auch Trompeter gesucht 😉

Und wie ging es dann weiter?

Ich hatte damals dann zunächst ein Jahr Unterricht bei meinem Trompetenlehrer Herr Schmidt, wo mir die Griffe beigebracht wurden, das Notenlesen vertieft wurde und die Koordination und Geschwindigkeit zwischen Musiknote sehen und richtig greifen verinnerlicht wurde.

Und woher hatten Sie das Instrument?

Der Musikverein hatte damals eine gebrauchte Trompete, die ich dann bekam. Ein paar Jahre später mit 15 habe ich mir dann eine eigene Trompete gekauft. Damals hat mir der Verein einen Kredit gegeben, den ich dann abgestottert habe.

Wann kamen Sie dann ins Jugendorchester?

Nach 1 Jahr kam ich ins Jugendorchester, wo sowohl wir Anfänger und auch ein paar Musiker, die schon länger dabei waren, zusammen spielten. Die Stücke waren nach heutiger Sicht nicht sehr schwer, jedoch ist es noch einmal etwas ganz Anderes, wenn man jetzt plötzlich eine andere Stimme spielt, als der Nebenmann und man außerdem noch nach dem Taktstock des Dirigenten folgen muss.

Wie lange waren Sie dann in der Jugendgruppe?

Eigentlich war ich in der Jugendgruppe als Spieler bis ich 16 Jahre alt war. Dazwischen durfte ich mit 12 Jahren auch schon einmal 1 Jahr bei den Großen mitspielen. Da ich aber damals ziemlich faul war, habe ich danach dann wieder in der Jugendgruppe gespielt. Als ich 15 Jahre alt war, bekam ich dann einen neuen Lehrer und Jugenddirigent. Der war selbst Trompeter und konnte mich motivieren und mir auch viel zeigen. Nachdem ich dann meine neue Trompete hatte übte ich wesentlich mehr, was sich auszahlte. Bald darauf durfte ich dann auch wieder im Großen Orchester mitspielen.

Hatte Sie auch einmal keine Lust?

Natürlich hatte ich zwischen 13 und 14 Jahre auch einmal keine Lust. Aber da muss ich meinen Eltern und meinen Geschwistern (alle machen Musik) im Nachhinein noch danken, dass Sie so hartnäckig waren und mich immer wieder zum Üben und in die Jugendkapelle geschickt haben. Sonst hätte ich den Aufschwung mit 15 nicht gehabt. Mein alter Trompetenlehrer hat immer gesagt, dass er nie geglaubt hätte, dass aus mir noch einmal so ein guter Trompeter wird 🙂 . Ich hatte dann bis 20 Jahre regelmäßig Unterricht. Ich bilde mich aber immer noch in Workshops und natürlich beim Üben zu Hause weiter.

Sie sagten, dass Sie mit 16 Jahren als Musiker in der Jugendkapelle aufgehört haben. Was haben Sie dann gemacht?

Zunächst einmal habe noch eine Zeit lang parallel in der Jugend und den Großen gespielt. Außerdem habe ich damals auch im Sulmtalgebietsorchester und dem Kreisverbandjugendorchester mitgespielt. Im KV (Abkürzung) habe ich dann noch mehr junge, motivierte Leute kennen gelernt, die sich auch im Verein engagiert haben. In diesem Umfeld habe ich dann auch das Dirigieren gelernt und mit 16 Jahren dann das Jugendorchester als Dirigent übernommen. Wir waren damals noch rebellisch und wollten vieles besser machen. So kam es dann auch, dass wir aus der Jugendkapelle gleich noch die 2 Jugendleiterinnen gestellt haben und alles Mögliche versucht haben, um die Jugendarbeit attraktiver zu machen und mehr Musiker zu gewinnen. Beate Schillinger ist heute immer noch Jugendleiterin. Kerstin Wagner ist immer noch als Gastmusiker zu den Konzerten dabei. Dazu kam, dass ich mit 17 Jahren Sprengelvertreter der Jugend im Sulmtal wurde und wir damals einen regen Austausch im Sulmtal zwischen den anderen Jugendleitern hatten. Das hat uns sicherlich auch geholfen.

Da haben Sie aber ganz schön viel Verantwortung übernommen?

Wenn man etwas ändern will, hilft es halt nicht, dass man immer nur lamentiert. Man muss auch mit anpacken. Dazwischen hatte ich für ein paar Jahre dann auch noch den 2. Vorstand übernommen. Aber das lag und liegt mir nicht so sehr, weil man in dieser Position auch sehr viel planen und organisieren muss. Und da habe ich so ein paar Defizite. Dazwischen habe ich dann auch noch ein paar Jahre im Musikverein Binswangen mitgespielt.

Und was machen Sie heute?

Ich spiele noch bei einer kleinen Blasmusiktruppe mit vielen Senioren mit und bin natürlich im Musikverein als Trompeter tätig. Es macht auch immer noch sehr viel Spaß. Vor allem, wenn man sieht, dass die Jugendkapelle mit 20 Musikern besetzt ist und dass sehr viele gute Musiker in das große Orchester aufrücken. Da hat sich die Arbeit in der Vergangenheit dann doch gelohnt. Da möchte ich auch noch einmal Beate Schillinger dafür danken!

Was ist Ihr Lieblingslied?

“Music was my first Love von John Miles”.

Wie lange möchten Sie noch Musik machen?

Bei den Senioren spielt einer mit über 80 Jahren noch das 1. Tenorhorn. Ob das klappt weiß ich natürlich nicht. Aber auf jeden Fall, solange ich Spaß beim Musizieren habe!

Vielen Dank für da Interview

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